Am Waldrand  2011

Oel auf Leinwand  53.5 x 73.5 cm

Der Kreuzboden  2011

Oel auf Leinwand  70 x 100 cm

Hervorragender Bau  2011

Oel auf Leinwand  30 x 40 cm

Bäume beim Kastell von Sarospatak Ungarn  2010

Schwarzer Derwentstift auf Papier  21 x 28.2 cm

Wald bei Rheinsaline  2002

Schwarzer Derwentstift auf Papier  21 x 29.7 cm

Waldstudie  2003

Ocker Derwentstift auf Papier  19.7 x 39 cm 

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Stephan Jon Tramèr

zwischen himmelslinien . Ausstellung Mi 21. März - Sa 28. April 2012

Neue Oelbilder und nie gezeigte Zeichnungen . Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

 

   

Über meine Malerei . Dass die Malerei im Sehen ihren ursächlichen Ausgangspunkt hat, wird oft unterbewertet. Eher wird dem Ausdruck der individuellen Kreativität und unterschiedlichen Konzepten Aufmerksamkeit zugewandt. Doch für mich bleibt die Malerei in erster Linie Seharbeit. Meine Augen sehen nicht bloss, sie hören und schmecken das Geschaute. Das rechte Sehen hat ohne allen Zweifel mit Erkennen und Erkenntnisgewinn zu tun. Die Malerei ist ein emotionales und geistiges Schaffen. Ich bin darum mit unaufhörlichem Beobachten der Umwelt beschäftigt. Ich sehe das Licht, welches den Gegenständen Körper verleiht und die Atmosphäre mit Farben erfüllt. Ich sehe, wie es seine Schätze in Äste und Blätter hängt. Alles um mich her gleicht einer Partitur mit geheimnisvollen und seltsamen Erscheinungen, deren Zeichen ich interpretiere. Ich sehe die Naturformen als Ausdruck einer höheren Ordnung und erkenne darin den Ruf an den Menschen, seine Verantwortung in der vielgestaltigen Schöpfung wahrzunehmen. Malerei ist dafür ein gleichnishaftes Tun. Sie führt mich zu einem Erleben, das Reichtum verheisst, der nicht ausbeutet, nicht raubt und nicht verletzt. Ohne in der Stille die Sinne dahin auszurichten, woher das Geschaffene kommt, kann ich meine Arbeit nicht tun. Wesentlich erscheint mir, dass durch sie wie als etwas Gegenläufiges spürbar wird, dass der Lärm in unserer Welt die Wahrnehmung des Wesentlichen fast verunmöglicht. Die Malerei legt Ebenen frei, die vom Staub des Zweckmässigen und der Sachzwänge zugedeckt sind. Ich fasse sie als Erinnerungsarbeit an etwas auf, das uns verloren gegangen ist, nämlich die innere Einkehr zu den Wundern, die uns umgeben.
In meiner Kindheit genoss ich das Vorrecht, in einem weitläufigen Garten aufzuwachsen, der mir zum unergründlichen Universum wurde. Umgeben von Kastanienbäumen und Buchen, von feingliedrigen Mirabellenbäumchen und Rosenstauden begann ich Empfindungen zu speichern, die mich bis zum heutigen Tag nicht loslassen. Es waren die Naturerscheinungen, deren Geheimnissen mich berührten. Ich blinzelte in die Schatten der Bäume, welche sich wie dunkle Mäntel alter Könige über mich wölbten, ohne Furcht einzuflössen. Ich erfahre seither das Licht als Ferment aller Formen und Farben und erkenne darin den Ausdruck einer geistigen Welt. Diese bleibt trotz allem äusseren Wandel beständig. Sie verscheucht die lauernde Skepsis und kündet vom Sinn des Lebens, der ohne Dogmen und ideologisches Kalkül vom über die Lebensgrenzen hinausweisenden Schöpfungsglauben ausgeht. Damit findet meine Motivwelt ihre innere Legitimation.

Stephan Jon Tramèr 2012