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Katja Colling

 

fishing for compliments   Mi 27. Mai - Sa 4. Juli  2015

pfauenblau mit mokka     Mi 6. Nov. - Sa 15. Dez. 2013

 

Katja Collings Arbeiten entspringen der Formensprache der Kunst- und Kommerzwelt genauso wie der, der Popkultur und dem Alltagleben.
Um ihre Inhalte zu transportieren wählt sie unterschiedlichste Medien. So tauchen zarte Zeichnungen neben farbstarken Malereien auf, aber auch Materialcollagen und Textilkunst, immer wieder mit Schriftzügen, scheinbare Parolen oder Sinnsprüche, versehen.
Die vordergründig oftmals weichen und verspielten Arbeiten führen eine von Härte und Sarkasmus geprägte Welt vor. Innerhalb dieser schweren Themen, sind nicht selten humoristische Elemente in den Arbeiten versteckt, nie aber ohne eine ernsthafte Konnotation zuzulassen.

 

Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

2006-11

Meisterschülerin bei Prof. Helmut Dorner

2011-12

 

Ausstellungen

fishing for compliments . mitart gallery Basel

2015

pfauenblau mit mokka, mitart gallery Basel

2013

Sol LeWitt Loves Pancakes, Zip,  Basel

2013

Regionale 13, Kunst Raum Riehen Schweiz

2012

Regionale 13, Projektraum M54, Basel Schweiz

Regionale 13, Städtische Galerie Stapflehus

Graduierten Ausstellung, Kunstakademie Karlsruhe

Top 12, Städtische Galerie Karlsruhe

Sommerausstellung, Kunstakademie Karlsruhe

7 x 8, Badischer Kunstverein Karlsruhe

Unwissenheit schützt nicht vor Karriere, Handfall Orgelfabrik Durlach

2011

Anpassungsstörung 2011, Diplomausstellung, Kunstakademie Karlsruhe

Gruppenausstellung „Papierarbeiten“, Mucha Raum, Kunstakademie Karlsruhe

Faschisten Remmidemmi, Mucha Raum, Kunstakademie Karlsruhe

2010

Europäische Kulturhauptstadt Pècs 2010 NÁDOR GALÉRIA und Pécsi Galéria, Ungarn, Pécs

Camillo-Michele-Gloria-Preis, GVS-Förderung Junge Künstler, Stuttgart

Artsafari, Gotec Karlsruhe (Einzelausstellung)

2009

Kleines Format, Kunsttransit Karlsruhe

Page One, Mucha Raum, Kunstakademie Karlsruhe

 

  

Katja Collings Kunst ist weit von einem dogmatischen Programm oder System entfernt. Ihre Werkgruppen bestehen aus Gemälden, Textilarbeiten, Skulpturen, Fotografien, Objet Trouvés, manchmal auch aus Filmen oder Soundinstallationen. Durch diese Vielseitigkeit ist ihre Kunst nicht leicht einzuordnen, da sie keinem eindeutigen Stil- oder Richtungsbegriff entspricht. Aber gerade durch die radikale Offenheit zeigt sich eine besondere künstlerische Leistung, denn ihre Arbeiten führen Frische und Lebendigkeit ohne Einschränkung vor.
In ihrer Malerei mixt sie die Spielarten der geometrischen mit der informellen Abstraktion. Zusätzlich konfrontiert sie diese formalen Elemente mit einem auffällig handwerklichen Einsatz von Material. Beispielsweise stellt sie an einer Strickmaschine textile Gebilde her, die als Malgrund dienen oder als malerisches Element auf der Leinwand selbst erscheinen. Man findet in ihren Arbeiten auch gestrickte Linien die über den Bildträger laufen – oder darüber hinaus. Oft werden die selbst hergestellten oder gefundenen Textilien zusätzlich malerischen Eingriffen unterzogen, das heißt eingefärbt, besprüht oder bemalt. Dieser verflochtene Aufbau aus Textilien kombiniert mit Öl-, Acryl und Sprühfarbe gibt der Oberfläche ihrer Arbeiten seine besondere Optik.

 

Süss – Sauer . Katja Collings Arbeiten entspringen der Formensprache der Kunst- und Kommerzwelt genauso wie der, der Popkultur und dem Alltagleben.
Um ihre Inhalte zu transportieren wählt sie unterschiedlichste Medien. So tauchen zarte Zeichnungen neben farbstarken Malereien auf aber auch Materialcollagen und Textilkunst, immer wieder mit Schriftzügen, scheinbare Parolen oder Sinnsprüche, versehen.
Die vordergründig oftmals weichen und verspielten Arbeiten führen eine von Härte und Sarkasmus geprägte Welt vor. Innerhalb dieser schweren Themen, sind allerdings nicht selten humoristische Elemente versteckt.
Ein wiederkehrendes Motiv in Katja Collings Arbeit ist die Bipolarität der Dinge. Ist es wahr, dass wir alle männlich und weiblich, gut und böse, hart und weich, jung und alt, stark und schwach und so weiter, zur gleichen Zeit sind? Könnte die barmherzigste Person die schlimmsten Dinge tun? Hängt alles nur von der Prämisse ab?
Die Arbeit „ich würde es auch tun“ beschäftigt sich mit eben dieser Frage. Wer würde diesen extrem perversen Akt begehen und seine eigenen Kinder essen? So wie es Saturn in Goyas Arbeit „Saturn frisst seine Kinder“ tut. Formal spielt die Künstlerin in dieser Arbeit ein ihr liebgewonnenes Spiel mit dem Rezipienten. Die Arbeit lockt den Betrachter durch ihre scheinbar harmlose und niedliche Erscheinung – rosa Stoff, aquarellierte Leinwand, liebevoll bestickt mit dem Schriftzug „ich würde es auch tun“. Im Kontrast zu dieser süßen Erscheinung steht der harte und bestürzende Inhalt.
Nach einem ähnlichen Muster verhält sich die Arbeit „Hope“. Von weitem betrachtet, sieht man eine Schneekugel auf einem, in grüner Glitzerwolle gehäkeltem Unterbau. Bei näherer Betrachtung allerdings gibt die Schneekugel ihren eigenartigen Inhalt preis- ein mit Ejakulat gefülltes, zugeknotetes Kondom. Des Öfteren funktionieren Katja Collings Arbeiten auf mehreren Konnotationsebenen. Hier lässt sich zum Beispiel auch an eine Wahrsagerkugel denken. Soll der Knoten in dem Kondom an etwas erinnern? Das bleibt wie so oft bei Katja Collings arbeiten fraglich.
Ein weiteres Beispiel für die Nähe zwei polarer Dinge ist die Arbeit „immer- nimmer“. Aus zwei Teilen bestehend, sagt die eine Leinwand „ich will immer“, während die andere „ich will nimmer“ postuliert. Die zwei Teile sind sich ähnlich; beide sind in derselben Machart entstanden (gestrickter Untergrund mit gehäkeltem Schriftzug bestickt) und farblich fast identisch. Nur ein Buchstabe unterscheidet die beiden Schriftzüge, so dass ihr kompletter Inhalt zu absolut gegensätzlichen Äußerungen gedreht wird.
Neben den schweren Themen sind oft humoristische Elemente in ihren Arbeiten versteckt. Diese freudebringende Verbindung von Humor und Kunst findet sich in der Arbeit „Moni“ wie auch in der Arbeit „zuerst mit dem Kopf“, nie aber ohne auch eine abgründige Konnotation zuzulassen.
Neben den genannten Themen spielen Kommentare eine wichtige Rolle in Collings Arbeiten. Oft kann man ihre Werke als eine Art Kommentar lesen. So auch die Arbeit „schneller“. Hier geht es um die Zeit und den ungeduldigen Umgang damit.
Meistens beziehen sich ihre Kommentare auf alltägliche Dinge. Die Künstlerin versucht intime Angelegenheiten in allgemeingültige Aussagen zu verwandeln und ihnen eine passende ästhetische Form zu verleihen. Hierbei geht sie intuitiv und spielerisch vor bis die Dinge ihre entsprechende Erscheinung erhalten.